Rückblick: Die großen Themen des Matthäusevangeliums #
Matthäus beginnt sein Evangelium mit den Worten: »Dies ist das Buch der Geschichte Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams« (Matthäus 1,1). Mit diesen ersten Worten setzt er bereits drei große Themen, die sein ganzes Evangelium prägen werden.
Erstens: Genesis – ein neuer Anfang. Matthäus beginnt mit einem Stammbaum, ganz ähnlich wie das Buch Genesis. Er verwendet sogar das Wort »genesis« (genesaos). Mit Jesu Kommen wird ein kompletter Neuanfang eingeläutet – eine neue Schöpfung.
Zweitens: Der Sohn Davids – der verheißene König. Psalm 132,11 verheißt: »Ich will auf deinen Thron setzen die Frucht deines Leibes.« Matthäus zeigt uns Jesus als diesen verheißenen König auf dem Thron Davids. Er ist ein neuer und größerer Salomo – voller Weisheit, der einen neuen Tempel errichtet. Und wie Jesus selbst in Matthäus 12 sagt: »Siehe, größeres als Salomo ist hier.«
Drittens: Der Sohn Abrahams – der Segen für alle Völker. Gott hatte Abraham verheißen, dass in seinem Nachkommen alle Nationen gesegnet werden. Matthäus zeigt uns Jesus als diesen verheißenen Nachkommen, einen neuen und größeren Isaak, der das Holz auf seine Schultern nimmt. Doch dieses Mal wird das Opfer nicht verschont: Der Vater gibt seinen geliebten, einzigen Sohn hin, um uns zu erretten.
Das sind die großen Themen, die Matthäus von Anfang an setzt – und die er in seinem ganzen Evangelium wieder und wieder aufgreift. Immer zeigt er uns: Dieser Jesus ist der verheißene Messias! Er erfüllt die alten Prophetien!
Das Paradox der Taufe Jesu #
Wir sind inzwischen in Matthäus 3 angekommen. Das letzte Mal hatten wir die erste Hälfte bis Vers 12 angeschaut: das öffentliche Auftreten Johannes’ des Täufers, des Herolds des Königs. Er wird dem kommenden König vorausgeschickt, um das Volk für dessen Ankunft vorzubereiten: Macht euch bereit! Tut Buße! Denn das Königreich des Himmels ist nahe gekommen!
So wie alles rund um das Kommen des Messias ganz anders ist, als die Juden zur Zeit Jesu erwartet haben, so ist auch dieser Herold nicht einer, den wir als Herold des Königs der Könige erwarten würden. Und nun im zweiten Teil des Kapitels kommt endlich der König: Jesus betritt die Bühne, sein Dienst beginnt.
Auch dieser Moment steckt voller Überraschungen. Jesus kommt zu Johannes und sagt: Tauf mich! Johannes hat in Vers 11 gesagt, er sei nicht würdig, Jesus zu taufen: »Ich taufe euch mit Wasser zur Buße; der aber nach mir kommt, ist stärker als ich, und ich bin nicht wert, ihm die Schuhe zu tragen; der wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen.«
Und so ist Johannes’ Reaktion wenig überraschend: »Aber Johannes wehrte ihm und sprach: Ich bedarf dessen, dass ich von dir getauft werde, und du kommst zu mir?« (Vers 14).
Johannes’ Taufe ist ein Akt der Buße, der Umkehr von Sünden, verbunden mit einem Sündenbekenntnis. In Vers 6 lesen wir: »sie wurden von ihm im Jordanfluss getauft, indem sie ihre Sünden bekannten.« Und in Vers 11: »Ich zwar taufe euch mit Wasser zur Buße.«
Aber Jesus braucht doch keine Sündenvergebung! Jesus muss doch keine Sünden bekennen und von keiner Schuld reingewaschen werden. Ganz im Gegenteil: Sein Name ist »Jesus« – das bedeutet »Jahwe ist Rettung« –, denn er wird sein Volk erretten von ihren Sünden.
Warum lässt Jesus sich dann taufen? Diese Frage führt zu zwei großen Wahrheiten über Jesus, die uns Matthäus hier zeigen möchte.
I. Jesus erfüllt alle Gerechtigkeit (Vers 15) #
Die erste große Wahrheit finden wir in der Antwort Jesu an Johannes: »Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: Lass es jetzt so geschehen; denn so gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen! Da gab er ihm nach« (Vers 15).
Was passiert hier? Was meint Jesus, wenn er sagt, dass er und Johannes mit dieser Taufe Jesu »alle Gerechtigkeit erfüllen«?
Ich denke, hier ist sein Name Programm. Sein Name ist »Jesus«: Er wird das Volk von seinen Sünden erlösen und auf diese Weise der Gerechtigkeit Gottes Genüge tun und Gerechtigkeit schaffen. Und so identifiziert sich Jesus mit dem Volk, für das er gekommen ist, um es zu retten. Er erlöst das Volk, indem er sich vollständig mit den Sünden dieses Volkes identifiziert, indem er sich mit ihm gleich macht.
Das folgt vielleicht dem Prinzip, das die Israeliten anwenden sollten, wenn sie Opfer gebracht haben. Wir lesen zum Beispiel in 3. Mose 1,4 über das Brandopfer: »und er [derjenige, der das Opfer bringt] soll seine Hand auf den Kopf des Brandopfers legen, damit es wohlgefällig aufgenommen werde und ihm Sühnung erwirke.«
Jesus unterwirft sich dieser Taufe und anerkennt, dass er unter einem sündigen Volk lebt, dass er einer von ihnen ist. Als der menschgewordene Sohn Gottes bleibt er nicht auf Distanz zu dem Volk. Er kommt ihm ganz nah. Er ist wahrhaftig »Immanuel«, Gott mit uns, Gott unter uns.
Das ist die erste der beiden Wahrheiten: Jesus identifiziert sich vollständig mit seinem Volk, um sein Retter zu werden.
Jesus identifiziert sich also vollständig mit seinem Volk, um es zu retten. Aber seine Antwort zeigt uns noch mehr: Jesus erfüllt das Gesetz in jeder Hinsicht. Jesus sagt, dass diese Taufe »alle Gerechtigkeit erfüllt«. »Gerechtigkeit« bezieht sich bei Matthäus in der Regel auf die praktische Erfüllung des Gesetzes, auf Gehorsam gegenüber dem Gesetz Gottes. Gerechtigkeit ist praktisch. Das Wort »erfüllt« haben wir an diesem Punkt im Evangelium schon viermal gehabt. Und insgesamt benutzt Matthäus es 16-mal. Und bis auf ganz wenige Ausnahmen benutzt er dieses Wort immer, um uns auf die Erfüllung von Prophetien hinzuweisen.
Aber wo wurde diese Taufe angeordnet oder prophezeit? Was meinen Jesus und Matthäus hier? »Gerechtigkeit« bedeutet zum einen persönliche moralische Integrität, dass ich persönlich den Gesetzen Gottes gehorsam bin. Aber auf der anderen Seite bedeutet »Gerechtigkeit« auch, dass Gottes Ordnung und Recht in dieser Welt etabliert wird.
In Jesaja 42 finden wir eines der Gottesknecht-Lieder, und in Vers 1 lesen wir: »Siehe, das ist mein Knecht, den ich erhalte, mein Auserwählter, an dem meine Seele Wohlgefallen hat. Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt; er wird das Recht zu den Heiden hinaustragen.«
Jesaja spricht davon, dass der Knecht den Geist Gottes bekommt und dann das Recht zu den Heiden hinausträgt, dass der Knecht die Gerechtigkeit Gottes in die Welt trägt. Ist Jesus dieser Knecht? Natürlich! Denn was ist das Nächste, das nach der Taufe geschieht? »Und als Jesus getauft war, stieg er sogleich aus dem Wasser; und siehe, da öffnete sich ihm der Himmel, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabsteigen und auf ihn kommen« (Vers 16). Jesus wird das geistgefüllte Werkzeug Gottes, um Gottes Recht und Gerechtigkeit in dieser Welt aufzurichten.
Doch dann geschieht etwas Außergewöhnliches: Der Himmel öffnet sich und Gott der Vater selbst spricht.
II. Dies ist mein geliebter Sohn (Vers 17) #
»Und siehe, eine Stimme [kam] vom Himmel, die sprach: Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe!« (Vers 17).
Für uns ist das schon irgendwie völlig normal und selbstverständlich: Jesus ist Gottes Sohn. Das ist zuallererst auch, was Gott hier öffentlich bezeugt. Dieser Mensch ist mein Sohn. Jesus ist ganz und vollkommen Mensch und gleichzeitig der Sohn Gottes.
Aber gleichzeitig steckt da noch viel mehr darin, wenn Gott das hier so sagt. Auch hier können wir zurückschauen ins Alte Testament. Gott hat dies nämlich zuvor schon an verschiedenen Stellen gesagt: »Du bist mein Sohn.« Und ich denke, diese Verbindung ist beabsichtigt von Gott dem Vater, der hier spricht, und von dem Geist, der Matthäus inspiriert hat, uns diese Worte zu überliefern.
1. Jesus nimmt die Rolle Israels ein #
Eine Stelle finden wir in Hosea 11,1: »Aus Ägypten rief ich meinen Sohn.« Die kennen wir schon aus Matthäus 2. Dort hat Matthäus uns gezeigt, dass diese Prophetie in Jesus erfüllt wurde. Jesus ist der Sohn. Aber ursprünglich hat Hosea dies über das Volk Israel gesagt, das in Ägypten in Sklaverei gefangen war und von Jahweh mit mächtiger Hand und ausgestrecktem Arm befreit wurde. Gott nennt das Volk Israel seinen Sohn.
Das sehen wir auch nochmal in Exodus 4,22-23. Dort sagt Jahwe zu Mose: »Und du [Mose] sollst zum Pharao sagen: So spricht Jahweh: ›Israel ist mein erstgeborener Sohn; darum sage ich dir: Lass meinen Sohn ziehen, damit er mir dient; wenn du dich aber weigern wirst, ihn ziehen zu lassen, siehe, so werde ich deinen eigenen erstgeborenen Sohn umbringen!‹« Israel ist Gottes erstgeborener Sohn.
Was bedeutet das nun, wenn Gott hier nach der Taufe zu Jesus sagt: »Du bist mein Sohn«? Jesus nimmt hier die Rolle Israels ein. Wir können das hier so sehen, dass das Thema der Identifikation und des Gleichmachens mit dem sündigen Volk nochmal aufgegriffen wird. Aber Jesus wird uns hier auch schon als ein neues Israel gezeigt. Das Volk Israel war ein untreuer und ungehorsamer Sohn, der den Bund Gottes wieder und wieder gebrochen und an seiner Bestimmung vorbeigelebt hat. Jesus ist das wahre Israel, der gehorsame und treue Sohn, der das Ziel erreicht! Er war gehorsam bis zum Tod!
Das ist schon großartig genug, aber ich denke, in dem Sohn-Thema steckt noch mehr!
2. Jesus erfüllt alle messianischen Verheißungen #
Wo finden wir das Thema noch? In Genesis 22,2 sagt Gott zu Abraham: »Nimm doch deinen Sohn, deinen einzigen, den du lieb hast, Isaak, und geh hin in das Land Morija und bringe ihn dort zum Brandopfer dar auf einem der Berge, den ich dir nennen werde!«
Hier ist die Situation deutlich anders. Hier sagt Gott nicht »Das ist mein Sohn«, aber das, was Gott hier sagt, hat doch auch wieder Ähnlichkeit mit der Aussage in Matthäus. Zu Jesus sagt Gott: »Du bist mein geliebter Sohn.« Das greift doch auf, was Gott zu Abraham sagt: »Nimm deinen Sohn, den du lieb hast. Nimm deinen geliebten Sohn.« Jesus ist der neue Isaak. Das hat uns Matthäus schon gleich im ersten Vers seines Evangeliums gezeigt, und hier sehen wir es wieder. »Bring ihn zum Brandopfer auf den Berg.« Der einzige, geliebte Sohn, der geopfert wird.
Wo finden wir den Sohn noch? In 1. Chronik 17 ist eine weitere markante Stelle. 1. Chronik 17,7b.10b-14 sagt: »So spricht Jahweh der Heerscharen: Ich selbst habe dich von der Weide genommen, hinter der Schafherde weg, dass du Fürst sein solltest über mein Volk Israel. … Und ich werde alle deine Feinde demütigen. So verkündige ich dir [nun], dass Jahweh dir ein Haus bauen wird. Und es wird geschehen, wenn deine Tage erfüllt sind, sodass du zu deinen Vätern hingehst, dann werde ich deinen Nachkommen nach dir aufstehen lassen, der von deinen Söhnen sein wird, und werde seine Königsherrschaft festigen. Der wird mir ein Haus bauen; und ich werde seinen Thron festigen für ewig. Ich will ihm Vater sein, und er soll mir Sohn sein. Und ich will meine Gnade nicht von ihm weichen lassen, wie ich sie von dem habe weichen lassen, der vor dir war [das ist Saul]. Und ich will ihm Bestand geben in meinem Haus und in meiner Königsherrschaft auf ewig; und sein Thron soll fest stehen für ewig.«
Der Prophet Nathan spricht im Auftrag Jahwehs mit David, und hier finden wir die große Prophezeiung über das ewige Königtum Davids. »Ich werde dir ein Haus bauen« – das heißt, Gott hat David versprochen, seine Dynastie fest zu machen und zu segnen. »Ich werde deinen Nachkommen aufstehen lassen und seine Königsherrschaft festigen.« »Und ich will ihm Vater sein, und er soll mir Sohn sein.«
Der Nachkomme Davids, dessen Thron auf ewig feststehen soll, wird von Gott »mein Sohn« genannt. Gott sagt in Matthäus: »Dieser ist mein geliebter Sohn.« Dieser ist der verheißene König-Sohn auf dem Thron Davids (1. Chronik 17,13; Psalm 2,7)! Auch dies ist kein neues Thema in Matthäus, sondern schon von Beginn an gesetzt.
Und genau diese Verheißung wird in Psalm 2 aufgegriffen. In Vers 6 und 7 heißt es dort: »›Ich habe meinen König eingesetzt auf Zion, meinem heiligen Berg!‹ — Ich will den Ratschluss Jahwehs verkünden: Er hat zu mir gesagt: ›Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt.‹«
Dieser Psalm ist eine königliche Einsetzungsformel. Der König wird als Sohn Gottes proklamiert und auf seinem Thron eingesetzt. Und genau das geschieht hier bei der Taufe Jesu: Der Vater proklamiert öffentlich »Dies ist mein geliebter Sohn«. Jesus wird hier öffentlich als der verheißene König eingesetzt und ausgerufen. Der Geist salbt ihn für seinen Dienst.
Jesus besteigt hier jedoch noch nicht den Thron. Das ist erst nach seinem vollendeten Dienst hier auf der Erde mit seiner Himmelfahrt geschehen. Zuerst liegt noch der Dienst hier auf der Erde und sein Sühnetod an unserer statt vor ihm. Auch David wurde ja von Samuel als König gesalbt, als Saul noch auf dem Thron saß, und es hat noch viele Jahre gedauert, bis David tatsächlich den Thron besteigen konnte. Aber Jesus ist bereits gesalbt, der Thron ist ihm versprochen und seine königliche Majestät vor dem Volk offenbart.
3. Öffentliche Bestätigung durch den Vater #
Diese Taufe markiert auch den Beginn von Jesu öffentlichem Dienst. Alles, was folgt, geschieht als der vom Geist gesalbte Sohn. Es steht hier nicht explizit, aber ich denke, dass die Stimme Gottes von allen gehört wurde und Gott hier also vor dem Volk verkündet, was wahr ist und wer dieser Jesus ist.
Die ganze Dreieinigkeit offenbart sich hier und ist anwesend: Gott der Vater spricht aus dem Himmel, Gott der Sohn wird getauft und gesalbt, und Gott der Heilige Geist kommt aus dem Himmel, um den Sohn zu salben.
Was bedeutet das nun für uns? Wie sollen wir auf diese gewaltigen Wahrheiten reagieren?
Anwendung: Was bedeutet das für uns? #
1. Anbetung und Gehorsam – »Küss den Sohn« #
In Psalm 2, wo Gott verkündet »Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt«, endet der Psalm mit einer eindringlichen Warnung und Einladung: »Küsst den Sohn, damit er nicht zornig wird und ihr nicht umkommt auf dem Weg; denn wie leicht kann sein Zorn entbrennen! Wohl allen, die sich bergen bei ihm!« (Psalm 2,12).
Was bedeutet »Küss den Sohn«? Im alten Orient war das Küssen der Hand oder Füße eines Königs ein Zeichen der Unterwerfung und Huldigung. Den Sohn küssen bedeutet: Ihm huldigen, ihn als König anerkennen, sich seiner Herrschaft beugen. Gott der Vater hat bei der Taufe öffentlich verkündet: »Dies ist mein Sohn.« Das ist keine Information zur Kenntnis. Das ist eine Proklamation, die eine Antwort fordert. Unsere einzig angemessene Antwort ist: Anbetung, Vertrauen, Gehorsam.
Was bedeutet das ganz praktisch? Vielleicht gibt es in deinem Leben gerade einen Bereich, wo du genau weißt, was Jesus sagt, aber du tust es nicht: eine Person, der du vergeben musst – aber du hältst an der Bitterkeit fest; eine Beziehung, die du bereinigen musst – aber du vermeidest das Gespräch; eine Gewohnheit, die du ablegen musst – aber du findest immer Ausreden; ein Kompromiss mit der Sünde – und du hast dich arrangiert damit.
Den Sohn küssen bedeutet: Auch dort gehorchen, wo es unbequem ist. Nicht nur bewundern, sondern nachfolgen. Nicht nur zuhören, sondern gehorchen.
Der Psalm endet mit dieser wunderbaren Verheißung: »Wohl allen, die sich bei ihm bergen!« Wohl denen – glückselig, gesegnet sind die, die sich bei ihm bergen. Das ist keine Last, das ist Segen! Gehorsam führt zu Freude, Frieden, Leben.
Hast du den Sohn geküsst? Oder lebst du noch in Rebellion gegen den König?
2. Unsere Identität als Gottes Kinder #
Der Vater sagt über Jesus: »Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.« Und hier ist die wunderbare Wahrheit des Evangeliums: Wenn du in Christus bist, sagt der Vater das auch über dich!
Römer 8,15-17: »Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen, dass ihr euch abermals fürchten müsstet, sondern ihr habt den Geist der Sohnschaft empfangen, in dem wir rufen: Abba, Vater! Der Geist selbst gibt Zeugnis zusammen mit unserem Geist, dass wir Gottes Kinder sind.«
Durch Jesus sind auch wir Söhne und Töchter Gottes geworden. Geliebte Kinder, an denen er Wohlgefallen hat. Seine Identität wird unsere Identität.
Das ändert alles! Das verändert, wie du jeden Tag lebst.
Wenn du morgen früh aufwachst: Deine Identität ist nicht »Ich bin jemand, der gestern versagt hat«. Deine Identität ist nicht »Ich muss heute wieder versuchen, es besser zu machen«. Deine Identität ist: »Ich bin ein geliebtes Kind Gottes, an dem er Wohlgefallen hat – in Christus.«
Wenn du zur Arbeit oder in die Schule gehst: Du musst dich nicht über deine Leistung definieren. Du brauchst nicht die Anerkennung deines Chefs, deines Lehrers oder deiner Mitschüler, um wertvoll zu sein. Du bist bereits geliebt, bereits angenommen, bereits wertvoll.
Wenn du in Versuchung gerätst: Denk nicht »Ich versuche, ein guter Mensch zu sein« – das ist Anstrengung. Sondern: »Ich bin ein Kind Gottes – diese Sünde passt nicht zu meiner Identität.« Du lebst nicht mehr, um eine Identität zu erlangen, sondern aus deiner Identität heraus!
Wenn du versagst: Nicht »Jetzt hat Gott mich satt«, sondern: »Ich bin immer noch sein geliebtes Kind – ich komme zurück zum Vater.«
Das ist Evangelium! Das ist die Realität für jeden, der in Christus ist!
3. Trost in der Identifikation Jesu #
Jesus steigt in das Wasser der Bußtaufe und identifiziert sich vollständig mit Sündern.
Vielleicht kämpfst du gerade mit etwas, das dich von Gott fernhält: mit einer Sünde, von der du denkst »Dafür bin ich zu schmutzig«; mit einer Scham, die dich niederdrückt; mit einem Gefühl der Unwürdigkeit: »Ich bin nicht gut genug für Gott.«
Sieh, was Jesus hier tut: Er steht nicht am Ufer und schaut herab auf die Sünder. Er steigt hinab in das Wasser. Er stellt sich neben die Sünder und sagt: »Ich identifiziere mich mit euch.«
Das ist nicht nur ein theologisches Konzept – das ist eine Person, die zu dir kommt, wo du bist!
Hebräer 4,15-16: »Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der kein Mitleid haben könnte mit unseren Schwachheiten, sondern einen, der in allem versucht worden ist in ähnlicher Weise [wie wir], doch ohne Sünde. So lasst uns nun mit Freimütigkeit hinzutreten zum Thron der Gnade.«
»Mit Freimütigkeit« – nicht zögernd, nicht ängstlich, sondern mit Zuversicht! Warum? Weil Jesus sich mit dir identifiziert hat. Er versteht. Er hat Mitleid.
Du musst dich nicht erst sauber machen, bevor du zu Jesus kommst. Er ist in das Wasser gestiegen, um dich herauszuholen. Komm heute zu ihm – mit deiner Schuld, deiner Scham, deiner Versuchung. Er versteht. Er hat sich mit dir identifiziert. Und er hat alle Gerechtigkeit erfüllt – für dich!
Zusammenfassung #
Diese drei Wahrheiten gehören zusammen:
- Küss den Sohn – Wirf dich vor ihm nieder, bete ihn an, und gehorche ihm.
- Du bist mein Kind – In Christus liegt deine Identität und deine Sicherheit.
- Ich komme zu dir – In Christus findest du Trost und Annahme.
Das ist das Evangelium: Ein König, dem wir uns beugen. Ein Vater, der uns liebt. Ein Retter, der zu uns kommt.